Melde Menschenhandel!

Wie erkenne ich?

Es ist sehr schwer – auch für Experten – , Opfer von Menschenhandel und moderner Sklaverei zu erkennen. Der Täter arbeitet mit perfider Beeinflussung und Bedrohung, das Opfer schweigt und lächelt, um den Job nicht zu verlieren. Die Traumatisierung führt dazu, dass sich ein Mensch immer mehr abschottet und nur noch funktioniert. Viele Opfer wurden schon in der Heimat misshandelt, sind meist völlig ahnungslos über ihre Rechte und das deutsche System/Sprache. Fangen Sie an, Fragen zu stellen und sich zu interessieren, vielleicht entdecken Sie etwas oder gewinnen das Vertrauen der Person.

Anzeichen können sein:

  • äußere Anzeichen von körperlicher/seelischer Gewalt
  • Unterernährung und keine ausreichende Körperhygiene und Kleidung
  • starke Verängstigung, ausweichender Blick
  • Pass nicht vorhanden oder gefälscht
  • oft in Begleitung von sonderbaren männlichen Aufpassern („Dolmetscher“, „gute Freunde“), starke Unterwürfigkeit zu diesen Personen
  • extrem lange Arbeitszeiten (ohne Lohn- oder zeitlichen Ausgleich)
  • miserable Arbeitsbedingungen, Ausrüstung und Unterbringung
  • Wenn über Agentur: häufige Wechsel der Arbeitsstelle (so dass Auftraggeber keine Beziehung aufbaut oder nicht zuviele Fragen stellen kann, meist denkt man, Personen würden Urlaub machen)
  • unverhältnismäßig hohe Schulden
  • keine medizinische Versorgung/Versicherung (gehen nicht zum Arzt, obwohl verletzt)
  • Erinnerungslücken und kein Raum-Zeit-Gefühl
  • Kein Wille sich zu integrieren
  • Person darf selten alleine sprechen oder die Antworten wirken wie auswendig gelernt, wirkt künstlich
  • Meist sind kleine Kinder in der Heimat (starker emotionaler/finanzieller Druck)