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Was ist Menschenhandel?

Menschenhandel ist der Kauf und Verkauf von Menschen. Menschenhandel ist eng verknüpft mit Begriffen wie Menschenschmuggel, Schleusung, illegaler Migration und moderner Sklaverei. Die Übergänge sind fließend. Laut Gesetz ist „Menschenhandel“ schwierig nachzuweisen, weil z.B. der erste Schritt in die Migration oftmals „freiwillig“ geschieht und weil das Opfer gegen seinen Täter aussagen muss (Personenbeweis).

Im Alltag wird der Begriff “Menschenhandel” häufig verwendet, um sehr unterschiedliche Dinge zu beschreiben. Mal ist es Prostitution, mal ist es Leiharbeit, mal Migration oder “Menschenschmuggel”, mal sind es Verhandlungen über den “Verkauf” von Fußballspielern zwischen großen Fußballmannschaften. Obwohl all diese Phänomen aus unterschiedlichsten Gründen kritisiert werden können, handelt es sich nicht um Menschenhandel, wie er auf dieser Seite verstanden wird. Menschenhandel ist eine Straftat und schwere Menschenrechtsverletzung. Es ist im weitesten Sinne der Handel mit der „Ware Mensch“. Damit verbunden sind oftmals Ausbeutungsformen von moderner Sklaverei, gekoppelt an Schuldknechtschaft und Traumatisierung/Bedrohung. Man geht davon aus, dass Menschenhandel neben Waffen- und Drogenhandel weltweit eine der profitabelsten Einnahmequellen in der organisierten Kriminalität ist.

Seit 2005 ist Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und der Arbeitsausbeutung auch in Deutschland strafbar (StGB 232 und 233) und kommt durchaus in Deutschland vor. Es gibt hier mehrere Erscheinungsformen: Zwangsprostitution, Arbeitsausbeutung auf Baustellen, Fleischindustrie, Landwirtschaft, Speditionsgewerbe, als Pflege- und Hausangestellte, auch Zwangsheirat, Zwangsadoption und Organhandel gehören dazu. In anderen Ländern zählt man noch die Kinderarbeit und Kindersoldaten und die Sklaverei in der Textilindustrie dazu. Die meisten Menschen werden unfreiwillig und aus einer großen Not (Verschuldung, Armut, fehlende Bildung) über Menschenhändler weltweit in die Sklaverei „akquiriert“. Dabei geht es nicht nur um Länder in Asien oder Afrika, sondern vermehrt auch in Europa oder sogar Deutschland. Die Betroffenen sind entwurzelt, extrem traumatisiert, stigmatisiert und bedroht. Ein Ausweg erscheint hoffnungslos. Das Thema Menschenhandel/Sklaverei im 21. Jahrhundert betrifft auch Deutschland als Zielland. Über das wahre Ausmass gibt es jedoch keine belastbaren Zahlen.