Melde Menschenhandel!

FAQ

Was passiert mit meinem Hinweis/Fallbeispiel?

Ihr Hinweis wird im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit anonymisiert verwendet, um die Relevanz für Deutschland zu unterstreichen. Wenn Sie es wünschen, kann der Hinweis an die Polizei oder eine Beratungsstelle weitergeben werden oder aber intern von uns überprüft werden. Jedoch warnen wir davor, Falschhinweise oder Spaßmeldungen hier abzugeben.

Wenn der Sachverhalt brisant ist oder eine Gefahrensituation besteht, bitten wir Sie, direkt zur Polizei zu gehen. Für die spätere Strafverfolgung muss die Polizei unbedingt eine Verifikation des Hinweises vornehmen, ansonsten kann der Hinweis nicht als Beweis in einem Strafverfolgungsverfahren verwendet werden. Und damit hilft man leider dem Täter, aber nicht dem Opfer.

Ist mein Hinweis vertraulich?

Wir bemühen uns um Vertraulichkeit, doch eine webbasierte Lösung ist nicht wirklich anonym. Die Technik und finanzielle Aufwand für eine vollumfassende Anonymisierung würde die momentan vorhandenen Ressourcen übersteigen. Selbstverständlich handhaben wir Ihren Hinweis aber vertraulich und bemühen uns Ihrem Anspruch nach Anonymität gerecht zu werden.

Muss ich eine Meldung auf dem Formular machen oder kann ich auch so in Kontakt treten?

Gerne könne Sie uns auch eine formlose Mail an meldung@brokenhearts.eu schreiben und dort Fakten reinschreiben. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus Kapazitätsgründen nicht per Telefon Kontakt aufnehmen und evtl. für eine Bearbeitung Ihrer Meldung etwas Zeit benötigen. Wenn Sie uns eine Beobachtung schildern, orientieren Sie sich an diesen  Kontrollfragen, damit wir den Sachverhalt besser prüfen können: Was geschah, wer war beteiligt, wo ist es geschehen, wann, wie und warum?

Welche Probleme gibt es?

Bei anonymen Hinweisen gibt es leider auch ungerechtfertigtes Denunziantentum oder „Spaßmeldungen“. Leider lassen sich diese nie ganz ausschließen. Daher können wir nur an Ihre Vernunft appellieren, unser System nicht zu missbrauchen!

Viele Opfer können kein Deutsch, also haben wir mit Sprachbarrieren zu kämpfen. Leider haben wir bislang kein Netzwerk von Dolmetschern, aber manche der bereits existierenden Hotline verfügen über ausgezeichnete Ressourcen. Gleiches gilt für die Traumatisierung: Die Opfer vertrauen selten und benötigen dringend therapeutische Hilfe, die wir leider momentan noch nicht geben können.

Damit Ihr Hinweis dem Opfer nutzt, müssen Sie den Sachverhalt rechtgenau schildern, doch oftmals hat man selbst nur vage Erinnerungen. Auch wenn Sie nicht alles überblicken oder erinnern, kann Ihr Puzzlestück dennoch helfen bei der Ermittlung.

Leider kann man nicht gegen jede Ungerechtigkeit vorgehen, denn die Polizei/Zoll brauchen einen erhärteten Anfangsverdacht. Das deutsche Strafrecht und Prozessordnung machen hier hohe formale Auflagen, da die Unschuldsvermutung gilt. Das ist für uns oft hart zu ertragen.

Wieviele Fälle gibt es in Deutschland?

Über das wahre Ausmass gibt es jedoch keine belastbaren Zahlen. Eine Studie aus dem Jahr 2005 vermutet ca. 15.000 Betroffene in Deutschland jährlich (Cyrus 2005). Andere Studien der ILO oder EU sprechen von rund 400.000 Personen in Europa. Die offizielle Zahl der ermittelten Fälle in Deutschland ist mit rund 600 Fällen pro Jahr dagegen sehr gering (Lagebild Menschenhandel vom BKA). Experten vermuten eine hohe Dunkelziffer. Ein Grund liegt in der Verborgenheit dieses Verbrechens, die eine Aufdeckung erschwert. Hinzu kommt die extreme Traumatisierung der Betroffenen und die Perfektion von global organisierter Kriminalität, wodurch es kaum zu formalen Straf-Verfahren oder aussagefähiger Beweisaufnahme kommt.